Category: Lesebühne
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2015_11_13 Sukultur

Freitag, 13. November 2015

DIE SUKULTUR-LESEREIHE

AUTOMATENDICHTUNG

Sie erinnern im ersten Moment an die charakteristisch gelben Reclamhefte, von denen zahllose Schülergenerationen manchmal mühsam durch verschiedene Literaturepochen begleitet wurden. Doch tatsächlich bietet die „Schöner-Lesen-Reihe“, wie sie sich nennt, im Gegensatz zu Reclam viele originelle und spannende Texte deutscher Gegenwartsliteratur – aus dem Automaten. 

Gegründet schon 1995, begann alles 1996 mit einer Erzählung namens „Der Knubbel“ (mittlerweile übrigens in der 7. Auflage), die sich um das Überbein des Verlagsgründers Marc Degens dreht. Gemeinsam mit Torsten Franz verlegte Degens künftig „kühne Lyrik“ und „seltsame Prosa“, wie es in Heft Nr.88 ,Die SuKuLTuR-Jahre‚ heißt. Mit einem eher lockeren Verhältnis zum Geschäft und einer angemessenen Portion Idealismus wurden die kleinen Hefte in nicht allzu großer Hektik produziert. Eine goldene Nase wollte sich niemand damit verdienen, 2 Mark kostete seinerzeit ein Heft. Im Jahr 2000 gründeten Degens und Franz gemeinsam mit Frank Maleu das Online-Kulturmagazin satt.org, das bis heute Bestand hat. Dort versammeln sich Buch – und Filmbesprechungen, Interviews und Veranstaltungsankündigungen, sowie ein unregelmäßig erscheinender Podcast namens radio satt. Kurz nachdem dieser Sprung vom Analogen ins Internet gelungen war, gab es die SuKuLTuR-Hefte auch in Automaten zu kaufen. Wie sehr häufig bei unorthodoxen Ideen ging diese glückliche Wendung auf einen bierseligen Einfall und ein mehr oder weniger zufälliges Zusammentreffen mit dem Vertriebsleiter einer Automatenfirma zurück. Neben Kaugummi, Schokolade und Gummibärchen konnte man also jetzt an ausgewählten Standorten auch Literatur für die Hosentasche erwerben, die in Format und Umfang ungefähr einer kurzen S-Bahn-Strecke entsprach. Noch heute stehen mehrere Automaten in Berlin sowie einer auf Sylt. Auch einige Buchhandlungen verkaufen vereinzelt die schmalen Heftchen. Wo genau, könnt ihr hier nachlesen. Über die Jahre und mit so manch wohlwollender Presseberichterstattung wuchs der Fundus an Texten, mittlerweile sind es 158 an der Zahl. Zu den Autoren gehören so bekannte Namen wie David Wagner, Dietmar Dath, Wolfgang Herrndorf, Clemens Setz oder Ann Cotten.

Doch jetzt ist endlich ist es soweit. Die Automatendichtung wird  nicht nur am Automaten erhältlich sein, sondern auch gelesen und gehört werden können. Mit Sofie Lichtenstein wird die Sukultur-Lesereihe ihren Anfang nehmen. Sofie Lichtenstein wird aus ihrer im Sommer erschienenen Erzählung "Spontaner Trip nach Sachenhausen" vorlesen. Damit nimmt die Sukultur-Lesereihe ihren Anfang und wird von nun an jeden Monat das neueste erschienene Heft 
Bar ab 20 Uhr. Lesung 21 Uhr.
abc
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Aktuelle Events 2015-11-13 DIE SUKULTURLESEREIHE

Freitag, 13. November 2015

DIE SUKULTUR-LESEREIHE

AUTOMATENDICHTUNG

Sie erinnern im ersten Moment an die charakteristisch gelben Reclamhefte, von denen zahllose Schülergenerationen manchmal mühsam durch verschiedene Literaturepochen begleitet wurden. Doch tatsächlich bietet die „Schöner-Lesen-Reihe“, wie sie sich nennt, im Gegensatz zu Reclam viele originelle und spannende Texte deutscher Gegenwartsliteratur – aus dem Automaten. 

Gegründet schon 1995, begann alles 1996 mit einer Erzählung namens „Der Knubbel“ (mittlerweile übrigens in der 7. Auflage), die sich um das Überbein des Verlagsgründers Marc Degens dreht. Gemeinsam mit Torsten Franz verlegte Degens künftig „kühne Lyrik“ und „seltsame Prosa“, wie es in Heft Nr.88 ,Die SuKuLTuR-Jahre‚ heißt. Mit einem eher lockeren Verhältnis zum Geschäft und einer angemessenen Portion Idealismus wurden die kleinen Hefte in nicht allzu großer Hektik produziert. Eine goldene Nase wollte sich niemand damit verdienen, 2 Mark kostete seinerzeit ein Heft. Im Jahr 2000 gründeten Degens und Franz gemeinsam mit Frank Maleu das Online-Kulturmagazin satt.org, das bis heute Bestand hat. Dort versammeln sich Buch – und Filmbesprechungen, Interviews und Veranstaltungsankündigungen, sowie ein unregelmäßig erscheinender Podcast namens radio satt. Kurz nachdem dieser Sprung vom Analogen ins Internet gelungen war, gab es die SuKuLTuR-Hefte auch in Automaten zu kaufen. Wie sehr häufig bei unorthodoxen Ideen ging diese glückliche Wendung auf einen bierseligen Einfall und ein mehr oder weniger zufälliges Zusammentreffen mit dem Vertriebsleiter einer Automatenfirma zurück. Neben Kaugummi, Schokolade und Gummibärchen konnte man also jetzt an ausgewählten Standorten auch Literatur für die Hosentasche erwerben, die in Format und Umfang ungefähr einer kurzen S-Bahn-Strecke entsprach. Noch heute stehen mehrere Automaten in Berlin sowie einer auf Sylt. Auch einige Buchhandlungen verkaufen vereinzelt die schmalen Heftchen. Wo genau, könnt ihr hier nachlesen. Über die Jahre und mit so manch wohlwollender Presseberichterstattung wuchs der Fundus an Texten, mittlerweile sind es 158 an der Zahl. Zu den Autoren gehören so bekannte Namen wie David Wagner, Dietmar Dath, Wolfgang Herrndorf, Clemens Setz oder Ann Cotten.

Doch jetzt ist endlich ist es soweit. Die Automatendichtung wird  nicht nur am Automaten erhältlich sein, sondern auch gelesen und gehört werden können. Mit Sofie Lichtenstein wird die Sukultur-Lesereihe ihren Anfang nehmen. Sofie Lichtenstein wird aus ihrer im Sommer erschienenen Erzählung "Spontaner Trip nach Sachenhausen" vorlesen. Damit nimmt die Sukultur-Lesereihe ihren Anfang und wird von nun an jeden Monat das neueste erschienene Heft 
Bar ab 20 Uhr. Lesung 21 Uhr.
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2015-10-01-lesung-my-degeneration

Donnerstag, 1. Oktober  2015 | 21 Uhr

MY DEGENERATION: the very best of WHO IS WHO

12 MILLIONEN SCHEUERLAPPEN KÖNNEN SICH NICHT IRREN! 

Wir laden ein zu einer politisch-satirischen Buchvorstellung der besonderen Art mit Kai Pohl,  Lars Arvid Brischke, Robert Mießner und Clemens Schittko. 

"Die Umbenennung der GEZ in ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice machte eine Umstellung einiger wissenschaftlicher Namen erforderlich. So heißt Rose Ausländer jetzt Rosa mit Migrationshintergrund. Pippis Papa heißt jetzt in Deutschland nicht mehr Negerkönig, sondern Südseekönig und spricht nicht mehr die Negersprache, sondern die Taka-Tuka-Sprache."

Das ist keine Satire, das ist bitterer Ernst. Willkommen an der Schwelle zur Verzweiflung.

Dieses Buch sorgt für die Notration Namedropping, damit die No-Name-Konkursmasse Bescheid weiß über die Prominenz im Koma. Es bedient (hoffentlich nicht) das uns allen gemeinsame Bedürfnis, übereinstimmender Meinung zu sein. Die angedeuteten semantischen Verwerfungen werden schon bald ein linguistisches Erdbeben auslösen. Dann wird DAS WORT, mit dem alles anfing, sein gerechtes Ende finden.

Die ersten Texte des Bandes verfasste Kai Pohl bereits 2004 in der Auseinandersetzung mit literarischen Cut-up- und Montagetechniken, die teilweise auf www-Suchmaschinenergebnissen beruhten. Einige Jahre später erhielt Clemens Schittko für sein Langgedicht Who is who/is who or what einen Lyrikpreis. Andere befreundete Autoren schickten ihre Variationen zum Thema. Sogar der Bund katholischer Dichter beteiligte sich – freilich ohne sein Wissen – an diesem Konvolut. Die Zusammenstellung gibt ein Beispiel für Sampling und kollektive Textproduktion im deutschsprachigen Raum.

 „Diese kollektive Textproduktion hat eine gemeinsame Grundlage im satirisch-politischen und spielerischen sowie im klanglich-assoziativen Zugriff auf die uns umgebende und geradezu bewusstseinstrübende Sprache. […] Kumulation ist ein Kennzeichen dieser Cut-ups, die beim Leser offenbar den Eindruck erzeugen sollen, von hohen potjomkinschen Sprachmauern umgeben zu sein, die um die wirkliche Wirklichkeit gebaut worden sind“  Wolfgang Gabler.

Bar geöffnet ab 20 Uhr. Lesung und Performance: 21 Uhr


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2014_10_11 EINE AKTIVE, AGGRESSIVE, OFFENSIVE.

AKTUELLE AUSSTELLUNG

11. Oktober bis 1. November 2014

Danilo Schaffer | EINE AKTIVE, AGGRESSIVE, OFFENSIVE.

Das ORi zeigt ab Samstag, den 11.10. Danilo Schaffers erste Einzelausstellung.

Unter dem Titel "Eine Aktive, Aggressive, Offensive." präsentiert er neuere und
ältere Malereien.

Einen Eindruck von Danilo Schaffers Arbeiten bekommt Ihr auf seiner Website:
http://daniloschaffer.carbonmade.com/

Am 1. November 2014 wird es eine Finissage geben.

Eintritt frei


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2014_05_15 LB Lieberg

LESUNG

Donnerstag | 15. Mai 2014 | 21 Uhr

Ich fang nochmal an - die Neuköllner Lesebühne
ALBERT TULLIO LIEBERG - MUSTANG-PIT 38

Das Rohr war innen völlig verrußt, was alles andere als angenehm war. Nach der zweiten Gabelung, die ich ebenso wie die erste in gerader Richtung überquert hatte, wurde es an einer Stelle schwierig. Eine ölige Masse, in die winzige Metallspäne vermischt waren, blockierte das Weiterkommen. Es dauerte einen halben Tag, bis ich mit meinen Vorderbeinen, ganz vorsichtig ein so großes Loch freigelegt hatte, dass ich hindurchkriechen konnte. Nach einem weiteren Tag hatte ich immer noch nicht ausmachen können, wo der Ausgang war. Ich hätte versuchen können, wieder zurückzulaufen, um den ursprünglichen Eingang wiederzufinden, aber das hätte mein Problem nicht gelöst. Ich wäre dann zwar wieder frei gewesen, aber irgendwann hätte ich doch wieder in das Rohr gemusst. Also beschloss ich weiterzulaufen. Das Rohr machte jetzt eine leichte Rechtsbiegung. Die Reste einer verwesenden Küchenschabe ließen mich zweifeln...

Lieberg

Albert Tullio Lieberg, Sohn eines estländischen Vaters und einer italienischen Mutter, wird in Mailand geboren. Er wächst im Ruhrgebiet auf - Gelegenheitsjobs und Sänger einer Punkrockband. Nach dem Diplom in Soziologie und Wirtschaft an der Universität München, beendet er in London das Studium des lyrischen Gesangs. Auch nach seiner Ausbildung arbeitet er immer wieder als Statist und Schauspieler für Theater und Film, als Kellner und Barmann, als Zeitungsbote, in Gärtnereien, als Landarbeiter auf Plantagen und als Montagearbeiter in Stahlwerken. In den neunziger Jahren zieht er nach Rom, später nach Barcelona, heute lebt er meist in Berlin. Seit vielen Jahren ist er immer wieder als Entwicklungsberater in Krisengebieten tätig. Er schreibt Romane, Erzählungen, und Kurztexte.

Bar geöffnet ab 20 Uhr | Lesung um 21 Uhr


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2014_09_30 Brutusmörder

LESEBÜHNE

Dienstag, 30. September 2014 | 20 Uhr

Lesebühne Neukölln | Die Brutusmörder - "WOHIN DEIN HERZ MICH SCHLÄGT"

Die Brutusmörder laden zu ihrer monatlichen Lesebühne ein!

Liebeskummer, Trennungsschmerz, Scheidungsrecht, Streit mit Oma & Opa - alles kein Grund, den Brutusmördern fernzubleiben. Herz-Aua gehört zum Leben. Bauch-Aua auch. Und Knie-Aua erst. Aua. Aua. die Franzosen sagen ja nicht Aua, sondern Aïe. Die Franzosen. Also einfach mal den ganzen Familienkram für einen Abend hinter sich lassen, sich zurücklehnen und genießen. Geschichten hören, schöne Geschichten, aus einer schönen Welt. Einer heilen Welt. Einer besseren Welt. Aber natürlich erst naaaaaaaach der Sommerpause. Im September. Ihr seid doch eh gerade verreist.

Dann sind wieder alle da und frisch aus dem halbjähigen Urlaub: die Jaja-Saskia, die vonStülpnagel-Johanna, die Debska-Agnieszka, der Weisfeld-Georg und nicht zuletzt der Werner-Michael-André. Zu Gast sind diesmal die wundervollen Kiki & Frau Gong
Kommt alle. Wir haben Euch lieb.

1x im Monat ausnahmsweise dienstags
Bar geöffnet ab 20 Uhr | Lesung ab 20 Uhr


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